wlanradioKürzlich eingetroffen: mein neues liebstes Möbelstück. Tchibo hat in seinem Online-Shop ein Gerät, das baugleich mit dem Ipdio ist, aber mit 99,- Euro deutlich weniger als jenes kostet. Anlässlich meiner Bestellung mal ein kurzer Produkttest.

Warum noch ein Radio? Das Besondere an einem WLAN-Radio ist, dass es quasi der Weltempfänger des 21. Jahrhunderts ist. Es empfängt quasi alle Sender, die es auf diesem Planeten gibt. (Wenn die Außerirdischen TCP/IP lernen, auch darüber hinaus.)

Wie macht es das denn? Über seine Stummelantenne nimmt es Kontakt zu einem drahtlosen Netzwerk auf. Das Radio funktioniert also nur, wenn man WLAN und günstigerweise eine Flatrate zu Hause hat.

Dann kann ich doch gleich Internetradio hören! Ja schon. Aber der Vorteil ist ja: es überbrückt den Computer. Er muss also nicht laufen, das Radio erkennt von allein alle gängigen Formate wie Real, Wma, Ogg, Mp3 usw. Es ist auch komfortabler, weil es selbständig unterbrochene Streams wieder aufnimmt.

Wie bedienfreundlich ist es? Das Umständlichste war, beim ersten Mal den Code meines WLAN-Netzes mit dem Steuerrädchen einzugeben. Danach geht es ganz simpel: Über das vierzeilige Display sucht man sich den gewünschten Sender entweder nach Standort oder Genre. Ein jamaikanisches Reggae-Radio würde man also entweder über Mittelamerika/Jamaika/XY FM oder über Reggae/XY FM finden.

wlan-displayKann man die beliebtesten Sender speichern? Ja, es gibt fünf Stationstasten. Das ist nicht allzu viel, reicht aber etwa für die Programme, die man ohne Brille morgens zum Müsli hören will. Über eine Internetseite kann man dann seine Favoriten in einen Extra-Menüpunkt kopieren. Und einen Verlauf der zuletzt gehörten Sender gibt es auch (siehe Abbildung).

Wie klingt das Ding? Ganz ordentlich, wie ich finde. Klar, es ist kein Hifi, und das liegt vor allem an der Übertragungstechnik. Die Sender streamen i.d.R. zwischen 40 und 128 Kilobit/Sekunde. Das ist nicht CD-Qualität, aber für den Alltagsgebrauch langt’s. Die Konkurrenten seines kräftigen Mono-Lautsprechers sind eher PC-Boxen oder leicht rauschige Küchenradios – die schlägt es locker. Eine Stereoanlage könnte man anschließen, allerdings nur über den Kopfhörerausgang.

Noch Schnickschnack dabei? Kaum, ein Wecker und ein Schlummertimer. Keine Fernbedienung.

Fazit? Wer entweder gern auf Radiowellen aus der ganzen Welt herumreist oder aus dem UKW-Gebiet seines Lieblingsprogramms fortgezogen ist, wird das WLAN-Radio lieben. Man kommt allerdings terminlich in Teufels Küche, wenn man den Zeitansagen der Sender aus Übersee vertraut. Also morgens immer die Armbanduhr beachten!

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