Ich verbrachte ein paar Tage im Nirgendwo, aber ich hatte die Welt im Radio. Es war in Bad Wörishofen, dem kleinen Kneipport im Unterallgäu, wo ich das 2. Programm des BR kennenlernte und die wunderbaren Zeitfunksendungen. Besser hat noch kein Sender meinen morgendlichen Geschmack getroffen: eine hohe Informationsdichte, bei der aber auch ein bisschen Unterhaltung und eine klasse Musikfarbe dabei sind. Etwa viermal pro Stunde eine Platte, die wirklich handverlesen ist und nicht zufällig von der Airplay-Liste ausgespuckt – der Bogen geht von Paul Anka über Peter Licht bis hin zu portugiesischem Chanson. Zum Schluss steht immer die Glosse „Ende der Welt“.

Es sind die kleinen Details, die beweisen, dass hier noch mit viel Liebe Radio gemacht wird: Die Moderatoren bedanken sich zum Beispiel on air bei ihren Interviewpartnern und wünschen ihnen einen schönen Tag. Auf anderen Wellen wäre das eine undenkbare Zeitverschwendung. Freitags wird angekündigt, wer am Montag moderiert – im schnelllebigen Radiobusiness völlig wurscht, aber bei Charakteren von Belang. – Außerdem, ich geb’s ja zu, strahlen für mich südöstliche Dialekte Gemütlichkeit aus.

Die Radiowelt-Frühausgabe läuft von 7 bis 8 Uhr 30. Weitere Sendungen um 13 und 17 Uhr, alle auf Bayern 2.

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